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HYPNOSE
 

Hypnose oder Trance ist ein natürlicher alltäglicher Zustand, etwa wenn man vertieft ein interessantes Buch liest, einen spannenden Film anschaut, Tagträumen nachhängt oder ganz vertieft bei sich selber ist und dabei abwesend zu sein scheint, obwohl es jederzeit möglich ist, die Aufmerksamkeit wieder den äußerem Reizen zuzuwenden. In diesem Zustand fließt das Erleben ganz von selber, es geschieht, ohne Zutun: von selber können Einfälle, Bilder, Intuitionen, Gedanken, Eingebungen, kommen ... es ist nichts zu tun, nichts zu wissen und nichts zu machen, es geht von selber. Das innere Wissen kann aktiv werden, wenn die lauten äußeren Stimmen verstummen, so dass man sich selber (wieder) spüren kann.

In einer Kultur in der so viele Menschen dauernd außer sich sind, viele gewöhnt sind dauernd an Leistungsgrenzen zu gehen für Anerkennung und Selbstwert, so dass Burnout winkt, glauben nicht wenige Menschen tatsächlich diese natürliche Fähigkeit verloren zu haben, aber sie ist tief verankert und schlummert in uns und meldet sich u. a. in Tag- oder Nachtträumen (oder Symptomen ...).

Leider sind immer noch, trotz vielfälter wissenschaftlicher Untersuchungen, allerlei Vorurteile und (rührende) Missverständnisse im Umlauf (sehen Sie dazu bei Interesse die Videobeiträge von Ortwin Meiss unter http://www.mei-innsbruck.at/service/videos mit einer Demonstration).

Hypnose ist einer der ältesten Heilmethoden. So wie man aus einem Werkzeugkasten auch nicht nur ein einziges Werkzeug nutzen würde (etwa den Hammer) ist eine Anwendung neben anderen psychotherapeutischen Methoden sinnvoll. Wann der Einsatz von Hypnose sinnvoll ist entscheidet der Behandler.

Leider sind sehr viele Mythen und Missverständnisse im Zusammenhang mit Hypnose verbreitet, u. a. jener dass man Symptome "weg"-hypnotisieren könne, dies gehört jedoch ins Reich der Märchen und Mythen. Angemessener ist damit ein hilfreiches Lernklima zu fördern, so wie es Milton Erickson empfiehlt oder das Unbewusste nach hilfreichen früheren Erfahrungen (Ressourcen) suchen zu lassen für die Lösung aktueller Probleme.




 
 

Hypnose wird seit der Frühgeschichte der Menschheit zu Heilzwecken verwendet (Heilschlaf im Tempel). Die Anwendung erfolgt freiwillig im Rahmen einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient und Therapeut. Hypnose bedeutet dabei weder Schlaf, noch Willenlosigkeit, Manipulierbarkeit, Lähmung oder gar Narkose, sondern stellt einen ganz natürlichen vertieften (fokussierten) Aufmerksamkeitszustand dar, also die (automatische) Grundfähigkeit des Menschen, sich auf etwas konzentrieren und sich etwas vorstellen zu können. So können sie authentischer spüren, was für Sie wirklich wesentlich ist, was ihre tiefen leisen inneren Wünsche, Sehnsüchte, Gefühle, Stimmen und Bilder ihnen mitteilen wollen). Auf diese Weise können Sie lernen, sich unabhängiger von äußeren Faktoren (wie Leistung, Erfolg, Ansehen, Erwartunen anderer, ...) zu machen und mehr bei sich zu sein. Dies setzt selbstverständlich aktive Bereitschaft zur Mitwirkung und zum Einbringen von Gefühlen voraus. Eine ausschließliche Hypnosebehandlung ist nicht sinnvoll. Die Kombination von Verhaltenstherapie und Hypnose hat sich als sehr effektiv erwiesen. Hypnose kann nur unter bestimmten Bedingungen zum Einsatz kommen (wenn Sie Ihren Kopf heraushalten und bereit sind eine Erfahrung zu machen, die über ihr Gewohnheitsdenken hinausgeht). Diese Voraussetzungen sind vorab zu klären, auch die Zielsetzung des Einsatzes von Hypnose.




 
 

Hypnose kann genutzt werden, innere Selbstheilungspotentiale zu aktivieren. Heilung bedeutet dabei nicht primär Loswerden von Symptomen, sondern "ganz werden" im Sinne eines liebevollen und achtsamen Umgangs mit den Signalen von Körper und Seele. Veränderungsprozesse, die von innen mitgetragen werden, sind authentischer und haben eine größere Chance angenommen zu werden. Das Unbewußte ist dabei unterstützende Wissensquelle. So werden "ausgegliederte" oder bekämpfte Persönlichkeitsanteile (wie Angst, Depression, Schmerz, Krankheit, Wut, Trauer, ...) wieder achtungsvoll angenommen und als wesentliche Bedürfnisse integriert . Die im inneren "Kampf" gegen diese Seiten (gebundenen) Kräfte können dann konstruktiv genutzt werden. Obwohl man Trancezustände durchaus als "zauberhaft" erfahren kann, braucht sicherlich nicht betont zu werden, dass man mit Hypnose keine Wunder bewirken kann. Ebenso wenig würde es Ihrem wohlverstandenen Interesse widersprechen, die warnenden Signale des Organismus weg zu hypnotisieren, um weiter mit schädigendem Verhalten fortfahren zu können. Vielmehr besteht die Einladung darin, selbstverantwortlich und konstruktiv mit der eigenen Endlichkeit umzugehen und situative Balancen zu finden, anstatt in Alles-oder-Nichts zu verfallen.




 

Das Licht hinter dem Dunkel ... Sonnenfinsternis Gemälde: Annette Steinacker, Wemding. MfG

 

Problemzustände wie Angst, Panik, Schmerz, Zwang, Schuld, Scham, Depression, ... können als (i. d. R. wohl unerwünschte) Trancezustände verstanden werden, hier kann es hilfreich sein, zu lernen, sich zu "enthypnotisieren". Hypnose kann für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, etwa zur Entspannung, Schmerzkontrolle, Vorbereitung auf Prüfungen, Stressresistenz, Angstbewältigung, Selbsterkenntnis, ...




 
 

2006 hat der wissenschaftliche Beirat "Psychotherapie" Hypnose als wissenschaftliches Verfahren anerkannt. Eine Kombination etwa der Verhaltenstherapie hat sich als besonders hilfreich erwiesen.




 

"Wenn die Seele das Sprechen verlernt hat und stumm ist, so dass der Körper über Schmerzen (und andere Symptome) zu sprechen beginnen muss, kann man nicht einfach nur die normale Sprache des gewöhnlichen Alltagsbewusstseins benutzen, sondern muss andere Formen der Kommunikation suchen." (Burkhard Peter).